Gerade habe ich die letzte meiner 24 Unterrichtsstunden in Kartenanalyse für dieses Semester abgeschlossen. Zur Feier des Tages habe ich für die Studenten einen geologischen Kuchen gebacken.
Dieses Jahr hatte ich eine schwierige Klasse: 32 Stundenten, darunter sehr schlaue, sehr faule und vielleicht auch ein paar dumme. Auf jeden Fall habe ich alle Register gezogen, um sie zu motivieren, und alle pädagogischen Tricks angewendet, die ich kenne. Oft war ich nach einem Nachmittag unterricht ziemlich frustriert, weil mir nicht gelungen ist, den Studies zu vermitteln, wie toll Strukturgeologie ist.
Gestern gab es dann aber doch einen Durchbruch: In den letzten 6 Stunden lasse ich die Stundenten an Projekten arbeiten, die im Vergleich zu den anderen Übungen sehr schwer sind. Außerdem gebe ich ihnen nicht vor, mit welchen Methoden sie die Aufgaben lösen sollen. Ich glaube, die ersten beiden Stunden habe ich von allen 10 Gruppen nur gehört, daß sie feststecken, nicht wissen, was sie machen sollen, und Angst haben, etwas falsch zu machen. Diese Zaghaftigkeit und Unfähigkeit, selbstständig zu denken, ist ein generelles Problem. Nach den 2 Stunden, viel Hin- und Hergerenne zwischen den Gruppen kam dann aber der Durchbruch. Langsam zeichnete sich ab, daß man durch Probieren und Zerlegung des Problems in Teilprobleme doch ein ganzes Stück weit kommt. Heute haben die Stundenten dann nach 2 weiteren Stunden ihre Ergebnisse präsentiert. Ich bin echt stolz, wie weit sie gekommen sind. Ich hoffe, sie auch.
Zum würdigen Abschluß des Praktikums gab es dann Kuchen. Mein erster Versuch, eines geologischen Kuchens und eine lohnende pädagogische Übung, denn in meinem Praktikum geht es um 3D-Vorstellungsvermögen. Nächstes Jahr werde ich ganz sicher wieder einen Kuchen backen. Vielleicht versuche ich mich dann ja mal an einer schwierigeren geologischen Situation.