Mittwoch, 19. Dezember 2012

Umzug ins neue Haus - Teil 2

Etwa 2,5 Wochen nach Umzugsstart melde ich mich mal mit einem kleinen Statusupdate zurück. Leider habe ich kaum Zeit, irgendwas zu erledigen. Die Zeit fehlt an allen Ecken und Enden und langsam aber sicher gehen auch die Kräfte zur Neige. Wir sind noch immer nicht wirklich umgezogen, denn die Renovierung der Küche zieht sich ganz schön in die Länge.

Hier also der Stand der Dinge in Bildern und Worten sozusagen als Adventskalender:
Hier der Stand am Abend des 3. Dezembers: Die Schranktüren sind ab, die Elektrogeräte raus.
Andere Seite: ein einzelner Schrank ist auch entfernt. Der berüchtigte Heizkörper ist aber noch dran.
Am 10.12. war der Heizungsmonteur da und hat den Heizkörper entfernt. Außerdem stehen jetzt viele der neuen Küchenschränke als Skelette im Wohnzimmer. Und das Internet ist auch schon umgezogen.
Am 14.12. sind wenigstens die großen Einbauschränke und die Hängeschränke raus und die Decke kann gestrichen werden.
Auch 14.12.: Die Spüle steht noch, weil sich das Auseinanderbauen der Rohrverbindungen als schwierig gestaltet.
16.12.: Nach einem halben Tag in den Baumärkten und viel Frustration beim Klempnern, startet der 3. Advent wenigstens mit 2 gestrichenen Wänden und einer angebrachten Deckenlampe.
Dreht man sich allerdings um, so herrscht noch immer das Chaos.
Doch gegen späten Nachmittag ist nach einer weiteren Fahrt zum Baumarkt und viel Arbeit tatsächlich die Spüle weg.
17.12. Es stehen doch tatsächlich die ersten beiden Küchenschränke zumindest als Gerüst. Auch der Backofen wurde heute nachgeliefert.
18.12. 4 weitere Schränke stehen an der Wand und noch 2 warten darauf platziert zu werden, als wir gestern Abend mit der Arbeit anfingen. Gegen 21 Uhr standen dann auch die beiden einigermaßen dort, wo sie hin sollen.

Der Plan sieht vor, daß wir heute noch letzte Justierungen an den Schränken vornehmen, dann das erste Stück der Arbeitsplatte auflegen, den Spülenausschnitt machen und die Arbeitsplatte anbringen. Morgen wird wohl keine Zeit sein, viel zu machen, aber am Wochenende soll die Arbeitsplatte fertigwerden, die Hängeschränke müssen an die Wand und die Elektrogeräte und die Spüle müssen eingesetzt werden. Da sich die Lieferung des Backofens 2 Wochen verzögert hat, bekommen wir jetzt leider keinen Elektriker mehr. Der Weihnachtsbraten kann also eher nicht mit der neuen Küche zubereitet werden.

Überhaupt herrscht noch zu viel Chaos, als daß wir uns an den Feiertagen entspannen könnten. Aber wenn die neue Küche erstmal steht, können wir endlich auch Essen, Bett und Katzen rüberholen. Langsam reduziert sich durch kontinuierliches Hin- und Herfahren auch die Menge an Zeugs im alten Haus. Doch leider geht das alles weniger schnell, als ich mir das wünschen würde. Der Winter, der uns hier fest im Griff hat, macht alles extra schwer und raubt viel Zeit. Seit Ende November schneit es ständig. Trotz eines warmen Wochenendes mit 1°C, an dem viel Schnee zusammengesackt ist, liegt er doch kniehoch. Die Temperaturen machen es zudem schwer, meine Pflanzen zu transportieren. Die kleineren habe ich mit jeweils einer Wärmflasche und viel Polstermaterial in Umzugskartons transportiert. Jetzt stehen da aber noch 7 oder 8 große Pflanzen rum, die nicht in Kartons passen. Und die Temperaturen werden sich in absehbarer Zeit den 0°C nicht mehr nähern.

Nun ja, ich hoffe, beim nächsten Updaete klinge ich wieder positiver und kann große Fortschritte vermelden. Mein großer Traum ist es, vielleicht am Abend des 2. Weihnachtstags im neuen Haus auf dem Sofa zu sitzen und mal einfach nur auszuruhen, im Internet zu surfen und eine DVD zu schauen (Fernsehen gibt's erstmal noch nicht). In der Zwischenzeit entschuldige ich mich, daß momentan etwas Funkstille herrscht.





 

Sonntag, 9. Dezember 2012

Umzug ins neue Haus

Mit der Schlüsselübergabe am Montag fiel endlich auch der Startschuß für den Umzug. Ich hatte es kaum noch erwarten können, alle Pläne in die Tat umzusetzen, damit wir Weihnachten vielleicht annähernd fertig sind.

Zum Planen hatten wir ja seit Mitte September Zeit. Und so haben wir uns auch eine Menge vorgenommen. Die Hauptpunkte, die wir uns für vor dem Einzug vorgenommen hatten, sind:
  • Die Küche muß komplett renoviert werden: Schränke und Elektrogeräte raus. Decke und Wände streichen. Neue Küche inklusive Elektrogeräte rein. Ein Durchbruch zum Eßzimmer mit Bar.
  • Im Eßzimmer und im Wohnzimmer muß tapeziert und gemalert werden.
Doch wie so oft sah auch hier die Realität etwas anders aus, sodaß wir unsere Pläne etwas abändern müssen. Zu den positiven Überraschungen zählte, daß die Tapete im Wohnzimmer noch zu retten war. Dagegen war die schlimmste Überraschung, daß es in der alten Küchenzeile einen zusätzlichen Heizkörper gibt, der an der Seite der Spüle befestigt ist. Der muß natürlich weg. Nur ist es nach dem Wintereinbruch der letzten Woche mit Temperaturen unter -20°C nicht so einfach, einen Heizungsmonteur zu bekommen. Die sind natürlich überall unterwegs, um geplatzte Wasserrohre zu reparieren. Am Dienstag gab es dann zu allem Überfluß noch einen großen Schneesturm, der den öffentlichen Nahverkehr lahmlegt, zur Schließung der Schulen und des Stockholmer Flughafens und jeder Menge Unfällen auf den Straßen führte. Wir haben deshalb einige Stunden damit verbracht, vor unseren beiden Häusern Schnee wegzuräumen, der sich dank Verwehungen bis über einen halben Meter hoch türmt. Das hat uns ganz schön im Plan zurückgeworfen.

Hinzukommt, daß ich mir momentan kaum erlauben kann, von der Arbeit fernzubleiben. Ich muß fast jeden Tag unterrichten und außerdem an unzähligen Meetings teilnehmen. Das führt dazu, daß ich es kaum schaffe, meine Emails zu beantworten oder meinen Unterricht ordentlich vorzubereiten. Und wenn ich es nach 12 Stunden auf Arbeit nicht schaffe, noch so viel für den Umzug zu machen, wie ich das eigentlich vorhatte, dann bin ich einfach frustriert. 
 
Doch ich bin immerhin bei meinem Plan geblieben, mir den Freitag freizunehmen. Also frei bis auf einen Anruf von Arbeit und etwas Unterrichtsvorbereitung. Aber dieses Wochenende hat sich gelohnt:
Die unzerstörbare Küche - noch unberührt am Tag der Schlüsselübergabe.
  • Das Wohnzimmer ist gemalert. Das dafür vorgesehene Bücherregal steht aufgebaut drin. Die Deckenlampe ist angebracht.
  • Fast alle Bücher und das große Bücherregal haben ihren Weg ins neue Haus gefunden. Als ungeordnetes Chaos, aber immerhin.
  • Das Gästebett steht aufgebaut im Gästezimmer.
  • Die erbebensichere und unzerstörbare Einbauküche, die von einer Milliarde Nägeln zusammengehalten wurde, ist bis auf die Spüle, an der ja der notorische Heizkörper befestigt ist, deinstalliert. Die Küchendecke ist zur Hälfte fertig gestrichen.
 
Morgen früh zwischen 8 und 9 will dann auch der Heizungsmonteur kommen. Dann kann es mit der Küche weitergehen. Wenn die ganzen Kartons mit den Küchenmöbeln und -geräten aus dem Eßzimmer raus sind, kann dort auch die Tapete runter und die neue drauf. 
 
Mal sehen, was wir tatsächlich unter der Woche schaffen. Der Plan ist jedenfalls, den nächsten Freitag wieder freizunehmen und nächsten Sonntag die Küche stehen zu haben. Dann können wir, sobald denn auch der Backofen nachgeliefert wird, den Elektriker zum Anschließen von Kochfeld und Backofen bestellen. 

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie der Stand in einer Woche um diese Uhrzeit sein wird.

Samstag, 8. Dezember 2012

Hauskauf Level 5 - endlich unsers!

Am Montag war es endlich so weit: wir haben unser Haus bekommen! Um 11 hatten wir und die Verkäufer einen Termin bei der Maklerin. Dabei haben wir den Hauskauf perfekt gemacht. Die Maklerin hat sich bei unserer Bank den Kredit bestätigen lassen. Wir haben den Kaufbief bekommen und noch diverse Papiere unterschrieben. Außerdem haben uns die Verkäufer die Schlüssel und einen Ordner mit allen möglichen Unterlagen zum Haus (Grundriß, Garantiebelege, Schornsteinfegergutachten etc.).

Dann ging es zum Haus. Bei klirrender Kälte, mit Schnee und Sonnenschein war es schon ein seltsames Gefühl, die Haustür aufzuschließen und in ein leeres Haus zu gehen, was jetzt auf einmal uns gehört. Der Vorbesitzer hatte freundlicherweise Schnee geschippt und geheizt. Außerdem hatte er ziemlich viele Lampen, zwei Schneeschaufeln, einiges an Holz för den Kachelofen und etwa 10 Säcke Pellets für die Heizung dagelassen. Also war es wirklich ein schönes Gefühl, ins neue Zuhause zu kommen.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Der Winter ist eingebrochen

Seit etwa vorgestern hat sich der Winter eingestellt, und zwar als ob jemand einen Schalter umgelegt hätte. Plötzlich ist es draußen weiß und kalt, einfach fantastisch! Denn mit dem Schnee ist endlich die Dunkelheit besiegt. Ach, war das heute morgen schön mit Schnee und Sonnenschein vor dem Fenster aufzuwachen. 
Ein bisschen Schnee schieben musste schon sein, schließlich müssen wir ab Montag Kisten aus dem Haus, dem Gästehaus, dem Holzschuppen und aus der Garage ins Auto schleppen. Trotzdem war heute Mittag noch Zeit bei einem Abschiedsspaziergang durch unser "Dorf" ein paar Sonnenstrahlen zu tanken. Winter kann echt schön sein, auch wenn's heute Nacht gleich bis -22°C abkühlen soll.
Ach so, noch ein Nachtrag zum Thema Dunkelheit besiegen: In Nordschweden haben die öffentlichen Verkehrsbetriebe Lichttherapielampen in die Bushaltestellen und die Busse eingebaut. Wenn das mal nicht ne tolle Idee ist.

Samstag, 1. Dezember 2012

Schwedisch für Wegrenner

Die schwedische Sprache hält schon einige Köstlichkeiten bereit, die man erst so richtig zu schätzen weiß, wenn man deutsch oder englisch beherrscht. Hier ein paar Beispiele:

Multislip - ist nicht etwa ein Schlüpfer für jede Lebenslage, sondern ein Schleifgerät mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.

Glidfunktion - ich weiß ja nicht, was ihr jetzt denkt, aber dieses Wort bedeutet Gleitfunktion.

Chuck - wer hier an Chuck Norris denkt, liegt falsch. Chuck bedeutet Bohrfutter.

Universalknut - ein Knut für alle Fälle, ne! Falsch gedacht. Einen universalknut findet man in einem Steckschlüsselsatz, und zwar ist es das Gelenk.
Multislangnippel
Bubbelplast - ein schönes Wort. Mit einem kindlichen Ansatz kann man sogar drauf kommen, daß es sich hierbei um Bläschenfolie handelt.

Sittpuff - ein so viel schöneres Wort als Hocker.

Trottelhus - ist nicht etwa ein Haus (hus), in dem Trottel wohnen, sondern ein Teil des Gaszuges im Automotor.
Das hier ist ein trottelhus. Bild von hier.

Montag, 26. November 2012

Mein 1. schwedisches Buch

Endlich hab ich mich mal dazu durchgerungen, neben Kochbüchern auch mal ein richtiges Buch (ohne Bilder) auf schwedisch gelesen. Dabei wollte ich nicht einfach eine Übersetzung lesen, sondern ein Buch, das auch auf schwedisch geschrieben wurde. Auf Anraten meiner Schwedischlehrerin habe ich mir das young adult-Buch Circeln von Mats Stranberg und Sara Bergmark Elfgren. Es ist das erste Buch einer Trilogie, von der gerade erst der 2. Teil, Eld, erschienen ist. Dennoch ist der 1. Teil schon jetzt ein internationaler Bestseller, der als schwedisches "Twilight" gehandelt wird. Auf deutsch heißt das Buch Zirkel.
Originalcover des Buches, zum Beispiel erhältlich bei bokia.se
Ich fand das Buch wirklich toll. Abgesehen von der fantasy-Komponente ist die Handlung eher eine Mischung aus Jugendroman, Krimi und Horrorgeschichte. Die Charaktäre sind sehr, sehr realistisch und vielschichtig, weil eben gar nicht heldenhaft oder übermenschlich. Und die Handlung ist fesselnd, schockierend und von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Im Gegensatz zur idealisierten Twilight-Welt gibt es nur die Enttäuschungen, Krisen und Triumphe des echten Lebens. In den USA muß das Buch wahrscheinlich gekürzt oder als Jugendbuch angepaßt werden.

Alles in allem eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe.

Allergisch auf dunkel

Heute war der erste Tag, an dem ich mich wirklich nach November gefühlt habe. Das ist tatsächlich verhältnismäßig spät, was wohl an der Südafrikareise und gelegentlichen sonnigen Tagen hier liegen mag. Doch langsam geht es mir in diesem schlimmsten aller Monate in Schweden etwas auf die Nerven, daß es so dunkel und grau ist.

So ergeht es wohl nicht nur mir. Deshalb wurde zum Beispiel im Zentrum von Uppsala ein "Lichtspaziergang" eingerichtet, ein Pfad aus Lichtinstallationen an verschiedenen Stellen in der Stadt. Und auch die normalen Uppsalenser und Landbewohner können es kaum noch erwarten, daß sie am 1. Advent die Weihnachtsbeleuchtung anbringen dürfen und erliegen glücklicherweise vielerorts der Versuchung.
   
Lichtspiele am Fluß.
Und noch eine Lichtinstallation: Geister an der Islandbrücke.