Montag, 8. Oktober 2012

Dinos, Schnittchen & kaltes Rentier

Es ist Herbst, Zeit für die jährliche Herbstparty auf Arbeit. Dieses Jahr gab es am Nachmittag davor außerdem eine Infoveranstaltung, bei der der Institutsleiter, der neue Studentenaustauschkoordinator, die Chefin der Verwaltung usw. die Mitarbeiter über neue Entwicklungen informiert haben. Dann gab es Schnittchen im umgestalteten Foyer, in dem seit Neuestem ein Ichtyosaurusskelett hängt.
Das Ichtyosaurusskelett im Foyer des Instituts.
 Außerdem wurde die neu gestaltete Bibliothek mit einer Schnitzeljagd eingeweiht. Die Forschungsabteilungen zeigten zudem neu angeschafte Ausrüstung.


Die Abteilung Luft, Wasser und Landschaftslehre lassen einen Wetterbalon steigen.
Am Abend gab es dann ein 3-Gänge-Menu für die Angestellten im Gebäude von einer der Studentenverbindungen, eine gute Gelegenheit, sich mit Kollegen zu unterhalten, zumal das Essen auch ziemlich lange auf sich warten ließ. Zwischen Vorspeise und Hauptgang verging mindestens eine Stunde. Und leider war das Rentier auch noch kalt. Es ist aber auch schwierig, 110 Leuten gleichzeitig etwas Warmes vorzusetzen. Na ja, ich will mich nicht beklagen. Ein Herbstdinner auf Kosten des Arbeitgebers gibt es an deutschen Unis nicht.

Sonntag, 7. Oktober 2012

3jähriges Schwedenhaus-Jubiläum

Jetzt Anfang Oktober sind es 3 Jahre her, seit ich in unser jetziges Zuhause eingezogen bin. Eine ganz schön lange Zeit! Das diesjährige Jubiläum ist aber auch ein ganz besonderes, weil der Mietvertrag gekündigt ist und wir Ende des Jahres ausgezogen sein werden. Das ist schon ein komisches Gefühl, weil das Leben in einem Häuschen auf dem Lande auch einen großen Einfluß auf unseren Lebenstil hier hat. Der wird sich zwar in unserem neuen Haus auch nicht ändern, aber viele Hobbies haben sich hier in unserem Schwedenhaus entwickelt. Zum Beispiel das Ciderbrauen und das Schneeschippen.
 
Da stellt sich natürlich die Frage, warum wir von hier wegziehen oder nicht gar das Haus gekauft haben, in dem wir jetzt wohnen. Ich glaube, ich habe bereits erwähnt, daß das Haus nicht nur zu klein und unmodern ist (nur ein winziges Bad, völlig überholte Stromleitungen etc.), sondern daß unser Vermieter auch in den 3 Jahren, in denen wir das Haus mieten sowie auch in vielen Jahren zuvor nichts am Haus gemacht hat. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis mal etwas Größeres kaputtgeht. Und bei der Art und Weise, wie sich unser Vermieter bisher verhalten hat, wenn mal eine kleinere Reparatur anstand, möchten wir dann möglichst nicht mehr hier wohnen.

Das 3jährige Jubiläum ist also zu Recht das letzte.


Sonntag, 30. September 2012

Neues Semester, neue Verantwortung - Teil 2

Es ist Sonntag Nachmittag. Die Woche ist vorbei und der September auch. Ein ganz schön ereignisreicher Monat: fast 3 Wochen Vollzeit unterrichtet, Haus gekauft und mal eben in die Institutsleitung eingestiegen. Das bedeutete eine Menge Arbeit und leider wenig Zeit für Wissenschaft. Doch jetzt am Ende des Septembers bin ich ganz zufrieden damit, wie alles geklappt hat: Die Lehre hat dank motivierter Studenten und guten Wetters Spaß gemacht. Ich habe langsam einen Überblick, was meine neuen Aufgaben in der Institutsleitung sind, und hab auch schon angefangen, an den großen Problemen zu arbeiten. Und daß wir endlich ein Haus gefunden haben, ist ein echter Lichtblick.

So gesehen, war der September zwar ein stressiger, aber produktiver Monat!

Der Oktober wird wahrscheinlich nicht weniger spannend, wenn auch hoffentlich weniger stressig: Termine mit Maklerin und Bank, 12 Stunden Unterricht über Fernerkundung, die ich auch noch fertig vorbereiten muß, und zu guter Letzt eine Tagung und ein paar Tage Urlaub in Südafrika. Ich freu mich schon.

Donnerstag, 13. September 2012

Hauskauf Level 4

Heute haben wir den Kaufvertrag für unser Haus unterschrieben. Während eines Treffens im Maklerbüro hat unsere Maklerin uns und den jetzigen Hausbesitzern den Kaufvertrag und die dazugehörigen Anlagen im einzelnen vorgelesen. Anschließend mußten wir jede einzelne Seite unterschreiben. Jetzt haben wir einen ganzen Ordner mit Hauskaufunterlagen.

Die jetzigen Besitzer sind ein junges Pärchen mit 2 kleinen Kindern, nett und bodenständig. Er scheint handwerklich begabt zu sein, denn er baut am eigenen Haus.

Wir dürfen am 3. Dezember einziehen, doch freundlicherweise dürfen wir vorher schon mal vorbeischauen, um die Zimmer auszumessen und ein paar Erklärungen für die Heizungsanlage zu bekommen.

Als nächstes muß ich den Mietvertrag für unser jetziges Haus kündigen und mit der Bank einen Termin ausmachen. Die Bank wird sich dann auch um den Grundbucheintrag kümmern. Auf jeden Fall haben wir heute schonmal die Anzahlung an die Maklerin überwiesen.

Auch wenn ich seit Ende letzten Jahres Häuser im Internet angeschaut habe und wir seit April 5 Häuser besichtigt haben, fühlt es sich so an, als wäre es jetzt schnell gegangen. Man kauft ja auch nicht jeden Tag ein Haus.

Mittwoch, 12. September 2012

Hauskauf Level 3,5

Hier kommt die Fortsetzung des Hauskaufkrimis:

Kurz vor 12 heute Mittag kam dann doch die SMS mit einem neuen Gebot der anderen Interessenten - der größte Schritt bisher: 50000 Kronen! Sobald die Studenten "umgetopft", also an die nächste Stelle für die Arbeit nach der Mittagspause gefahren waren, hab ich versucht, die Maklerin, Ulrika, anzurufen. Leider war der Empfang mittelmäßig, was erstmal Nerven gekostet hat. Da alte Handies aber zum Glück weniger anfällig für Empfangsprobleme sind, konnte ich dann doch unser neues Gebot abgeben - auch 50000 Kronen. Bei dieser Gelegenheit habe ich die Maklerin erstmal zum Verhalten der Gegenpartei befragt. Sie meinte, sie hätte sie am Abend zuvor doch noch erreicht, und sie hätten sich mehr Bedenkzeit erbeten. Die dauerte dann tatsächlich bis heute kurz vor Mittag an, was laut Maklerin den Eindruck erweckte, daß die beiden langsam anfängen unsicher zu werden. Und sowieso hätten sie auch noch nicht sämtliche Papiere zusammen. Das bestätigte eigentlich, was wir uns schon so gedacht hatten, weshalb wir uns bemüht hatten, nicht zu kleine Schritte beim Bieten zu machen und nicht lange zu zögern.

Auf jeden Fall hieß es erstmal warten, weil Ulrika erstmal Mittagspause gemacht hat. Unser Gebot wurde deshalb erst kurz nach 13 Uhr an alle beteiligten Parteien gesimst. Als eigentliche Handlung zwischen den Telefonaten stelle man sich Lehraktivität im Gelände vor: mit Studenten durch die Pampa laufen, im Dreck wühlen, Gesteine hämmern, Gesteine erklären bzw. von den Stundenten erklären lassen, Strukturen erkennen helfen, die Studies beim Messen der Strukturen unterstützen, sich zur nächsten Gruppe von Studies durchschlagen...

Etwa gegen 14 Uhr standen wir zufällig gerade ohne Studenten am Auto, als Ulrika wieder anrief: Das andere Pärchen hätte aufgegeben, sodaß wir das Bietverfahren gewonnen haben!!! Ein letztes Telefonat mit ihr kurz darauf klärte noch: morgen treffen wir sie und die Besitzer, um den Vertrag zu unterschreiben.

Hauskauf Level 3

Es ist Mittwoch kurz nach halb 12 und ich sitze im Wald und warte auf einen Anruf oder eine SMS, bzw. hoffe ich auf keinen Anruf und keine SMS. Seit gestern bieten wir nämlich auf ein Haus, das wir uns am Sonntag bei uns im Dorf angeschaut haben. 

Das Kaufverfahren nach der Besichtigung läuft in Schweden nämlich folgendermaßen ab: Bei der Besichtigung kann man dem Makler bereits mitteilen, ob man an dem Haus interessiert ist. Ansonsten ruft der Makler am nächsten Tag alle, die bei der Besichtigung waren, an, um zu fragen, ob ein Kaufinteresse besteht. Wenn man kaufen möchte, gibt man ein Gebot beim Makler auf das Haus ab. Andere interessierte Parteien werden informiert und können den Betrag überbieten.

In diesem Stadium sind wir gerade. Gestern Mittag ging das Bieten los. Gegen Mittag rief uns die Maklering an und wir signalisierten, daß wir interessiert sind. Sie war zu diesem Zeitpunkt noch am Rumtelefonieren und konnte uns deshalb nur sagen, daß es bis dahin ein Pärchen gab, das sehr interessiert war und mitbieten wollte, sowie mehrere Parteien, die erstmal abwarten wollten. Um halb 2 hatten wir die Studenten im Gelände soweit "verarztet", daß ich die Maklerin erneut anrufen konnte. Der Startpreis lag bei 1,495 Millionen Kronen. Also dachten wir uns, wir bieten mal darunter. Die Idee hatte aber auch schon das andere Pärchen, was die Verkäufer aber nicht akzeptiert haben. Das Pärchen mußte sich daraufhin erstmal beraten. Wir haben dagegen erstmal auf den Startpreis geboten. Das Pärchen hat uns dann aber kurz darauf knapp überboten, woraufhin wir wieder deutlich höher gegangen sind. Das ganze Spiel wiederholte sich dann noch einmal. Schon ein komisches Gefühl, so mitten im Wald auf ein Haus zu bieten.

Bei unserem letzten Schlagabtausch gestern waren wir dann schon wieder zurück im Institut und in einem Meeting. Hinterher rief die Maklerin an, um mir zu sagen, daß sie das Pärchen erstmal noch nicht wieder erreicht hatte und deshalb Feierabend mache. Damit waren wir für gestern Abend erstmal die Höchstbietenden. Und jetzt ist es Mittag, und wir warten entweder auf das nächste Gebot oder die Nachricht von der Maklerin, daß der Krimi vorbei ist.

Sonntag, 9. September 2012

Meine 1. selbstgemachte Handtasche

Nachdem ich mir vor einiger Zeit das Buch "The Bag Making Bible" von Lisa Lam gekauft hatte, war es an der Zeit meine Taschennähtechniken zu verfeinern. Und was wäre da besser geeignet als eines der Projekte aus dem Buch, das übrigens super ist und alle wichtigen Techniken als Schritt-für-Schritt-Anleitungen enthält.

Um die ganze Geschichte nicht zu sehr in die Länge zu ziehen, kommen hier einfach die Fotos. Wer die Tasche selbst nähen möchte, sollte sich unbedingt das Buch kaufen. Das kann ich nur wärmstens empfehlen.
Alle Teile zugeschnitten. Ich habe Stoffe von IKEA (grau und schwarz) und Panduro Hobby verwendet.
Nicht im Projekt vorgesehen, aber eine perfekte Gelegenheit, zu üben, wie man Reißverschlußtaschen näht.
Hier ein Schritt beim Nähen der Reißverschlußtasche auf der schwarzen Seite.
Die graue Außenseite und das Fließfutter jeweils einzeln fertig zusammengenäht.
Die graue und schwarze Seite, sowie das Futter vor dem Zusammennähen.
Die Schlaufe ist schon dran. Dann wird der Rand der Tasche gesäumt.
Und hier ist der Saum am mittleren Rand fertig und man sieht die Schlaufe schön.
Als nächstes wird der seitliche Rand gesäumt. Das war für mich am schwierigsten, hat aber letztlich ganz gut geklappt.
Und hier das Ergebnis. Sieht doch gut aus.
Anschließend habe ich die Träger genäht. Das war verhältnismäßig einfach.
Voila! Die fertige Tasche. Übrigens habe ich die Knöpfe selbst bezogen. Und ist die Reißverschlußtasche nicht super geworden?
Und hier die schwarze Seite, denn die Tasche ist wendbar. Die Reißverschlußtasche ist hier auf der Rückseite, weil die beiden RVTs nicht aneinander liegen sollten. An dieser Stelle kann ich ja noch zugeben, daß ich die Henkel falsch angenäht habe. Ich hab sie dann kurzerhand oben durchgeschnitten und richtig zusammengenäht, sodaß die Tasche schön über der Schulter getragen werden kann. Auf den Bildern sind die Henkel aber noch falsch.

Ich bin sehr stolz auf das Ergebnis, und meine Freundinnen waren auch sehr neidisch. Allerdings habe ich keine Ahnung, wie viele Stunden ich an der Tasche gesessen habe. Ich hab jedenfalls eine Menge gelernt.