Dienstag, 10. Juli 2012

sommarstängt

sommarstängt, für den Sommer geschlossen, ist wohl das Motto für diesen Monat. Das tägliche Leben ist zum Erliegen gekomment, und selbst der Sommer hat irgendwie geschlossen. Auf Arbeit sieht man außer den unfreiwillig diensthabenden Sekretärinnen, die die meiste Zeit über Kaffeepause machen, eigentlich nur Nicht-Schweden. Auf dem Weg zur Arbeit sieht man eher niemanden und im Supermarkt nur fremde Gesichter an der Kasse - Studenten, die  hier in den Ferien arbeiten. Mit unserem Auto hatten wir nochmal Glück: unsere Werkstatt hat im Gegensatz zu allen anderen Werkstätten im Land wenigstens an 3 Tagen pro Woche geöffnet. 

Irgendwie kann man sich da nur wundern, wie die schwedische Wirtschaft diesen 2monatigen Stillstand überleben kann. Die beste Antwort bisher ist: Weil alle (na ja fast alle) mitmachen.

Und so ist das Leben ruhig und fließt zähflüssig wie Sirup dahin. Das ist irgendwie ja auch angenehm, denn endlich kommen mal nicht 50 sondern vielleicht nur 5 Emails pro Tag an. Es gibt in Schweden auch keine Lehrveranstaltungen während des Sommers. Und meine Studenten sind auch gerade alle fertig bzw. im Urlaub. So kann ich mich wirklich mal um meine Wissenschaft kümmern, Manuskripte zusammenschreiben und über zukünftige Forschung und Lehre nachdenken. Arbeiten, wenn andere Urlaub machen.

Schön wäre es aber trotzdem, wenn es draußen ein bißchen sommerlicherer wäre. Dann hätte man auch mal was von den langen, hellen Tagen außer schlaflosen Nächten.

Unsere Haussuche ist gerade auch in eine unfreiwillige Sommerpause eingetreten. Es kommen einfach kaum neue Häuser rein. Das letzte Haus, das wir besichtigen wollten, wurde noch dazu schon vorher unter der Hand verkauft.

Morgen entfliehen wir dann aber für ein paar Tage dem schwedischen Sommervakuum: es geht zur Hochzeit unserer besten, ehemals göttinger Freunde nach Deutschland. Hier und da wird noch der ein oder andere Besuch bei Familie und Freunden und eine Kaffeepadeinkaufsorgie dazwischengeschoben. Und Montag Abend geht's auch schon wieder zurück in die Ruhe und Abgeschiedenheit der schwedischen Heimat.

Freitag, 29. Juni 2012

Freitagabendpech ist Donnerstagmorgenglück

Es ist Freitag Abend,um 17:15 sind wir von der Arbeit aufgebrochen,um unseren Wocheneinkauf zu erledigen, nur um 20:30 unverrichteter Dinge zu Hause anzukommen. Alles, was wir bekommen haben, sind 3 kg schwedische Erdbeeren. Und die sind wohl unserem Auto zum Verhängnis geworden. Denn auf dem Parkplatz beim Erdbeerstand wollte es dann einfach nicht mehr anspringen. Nicht einen Muks machte es mehr. Die Batterie ist es nicht. Die Sicherungen auch nicht.

Was also tun? Wir haben einen guten Freund angerufen, der in der Nähe wohnt und mit mir zur nächsten Werkstatt gefahren ist. Unglücklicherweise war die nicht nur an diesem Abend geschlossen, sondern ist auch noch bis August im Urlaub. Das Stichwort hier ist sommarstängt (geschlossen für den Sommer). Reparaturen jeder Art (Auto, Klempner etc.) sind der Albtraum in Schweden im Sommer.

Also zurück zum Auto. Der nächste Lösungsansatz war schieben, was uns aber auch nicht weiter brachte als bis zum nächsten Parkplatz, auf dem man auch nur während der Öffnungszeiten des Supermarktes und nur für 2 Stunden parken darf.

Mittlerweile war auch unser Freund schon eine Stunde da. Zum Glück bestand er darauf, es nochmal mit anschieben zu versuchen. Das Auto sprang tatsächlich an! Und wir konnten nach Hause fahren.

So auf der positiven Seite haben wir: Wir sind zu Hause. Wir mußten nicht Bus fahren und dann 2,6 km in den falschen Schuhen und ohne Jacke bei heraufziehendem Gewitter nach Hause laufen. Und die ganze Sache ist nicht gestern früh passiert, wo wir zum Flughafen mußten.

Auf der Negativseite steht: Das Auto ist noch immer kaputt und steht auf der Straße. Wenn wir es zur Werkstatt fahren wollen, müssen wir wieder schieben. Wir haben nichts zu essen eingekauft. Die einzige Werkstatt, von der wir wissen, daß sie in nächster Zeit wieder öffnet, macht am Dienstag auf. Der Schulbus, der sonst morgens vor unserer Tür hält, fährt nicht wegen Sommerferien.

Trotzdem würde ich sagen: besser Freitag Abend als Donnerstag Morgen.

posted from Bloggeroid

Donnerstag, 28. Juni 2012

Dresden goes Schweden

Leider ist der Urlaub der Dresdner hier in Schweden schon wieder vorbei. Heute Morgen sind sie Richtung Heimat geflogen. Dabei nehmen sie aus ihrer Schwedenwoche hoffentlich eine Menge Erinnerungen mit nach Hause: von Mittsommer in Disa Gården, Spaziergängen durch die schwedische Landidylle, Schaukeln im Garten, Walderdbeeren pflücken, Besuch in Skansen in Stockholm, Shopping in Uppsala, Enten füttern und Eis essen in Sala und Grillen im Garten.
Tanz um die mittsommarstång (Maibaum).
Elch im Zoo von Skansen in Stockholm.
 Es war schön, daß Ihr da ward. Kommt bald wieder.

Dienstag, 26. Juni 2012

Arbeit auf Rum - Teil 3

Und nun zu guter letzt der dritte Teil des Berichts über die Reise zur Hebrideninsel Rum.

Nach insgesamt 5 Tagen hatten wir dank des untypischen Wetters alles geschafft, was wir uns vorgenommen hatten, unsere Regenbeschäftigungen nicht einmal angerührt und eigentlich noch anderthalb Tage Zeit, bevor die Fähre zurück ans schottische Festland gehen sollte. Laut Plan würde uns das etwa 14 Stunden geben, um Schottland zu durchqueren und es zu unserem Flug am Flughafen von Edinburgh zu schaffen. Eine recht knappe Sache, die wahrscheinlich eine kurze Nacht auf dem Flughafen beinhaltet hätte. Angesichts dessen und auch, weil unser Mietwagen etwa 7 Meilen von der Anlegestelle der Fähre, die am Donnerstag ging, stand, entschieden wir uns zu einer Planänderung. Dank der erfolgreichen Arbeit entschieden wir uns also, einen Tag vorher mit der Fähre, die direkt nach Mallaig zu unserem Mietwagen fuhr, abzureisen. Das gab uns einen extra Tag, um zum Flughafen zu kommen.

Da die Fähre aber erst am Mittwoch um 16 Uhr abfuhr, blieb noch Zeit für einen halben Geländetag bei strahlendem Sonnenschein. Von oben auf dem Berg hatten wir nicht nur einen tollen Blick auf die Gesteine des Calderarandes, sondern auch auf die Fähre, die am Anleger einen Zwischenhalt vor einem 5 Stunden-Abstecher zur Insel Canna machte, bevor sie um 16 Uhr nach Rum zurückkam.
Noch einmal strahlender Sonnenschein am letzten halben Geländetag.
Blick von oben auf die Fähre am Anleger.
Pünktlich zurück im Schloß hatten wir dann sogar noch Zeit für einen kleinen Spaziergang durch Kinloch, bevor wir dann mit der Fähre nach Mallaig übersetzten. Dort angekommen, nahmen wir erst einmal Abschied von unseren neu gewonnen Kollegenfreunden. Dann konnten wir uns schön gemütlich in den Mietwagen setzen und die Panorama-Küstenstraße entlang den Rückweg antreten.
"Mediterranes" Schottland bei Arisaig an der Westküste.
Loch Earn.
Unsere Autofahrt durch Schottland war sehr schön mit einigen Zwischenstopps und schönem Wetter. Ich habe sogar das berühmte Glencoe zum ersten Mal im Sonnenschein gesehen! Nach einer Nacht in einem Bed and Breakfast in Crianlarrich erreichten wir am Freitag gegen Mittag Edinburgh.
Obligatorisch.
Edinburgh ist eine sehr schöne Stadt mit viel Harry-Potter-Charm. An diesem Freitag war sie noch schöner, denn die Sonne schien. Für die Nacht vor dem Flug buchten wir in der Touristinformation ein B&B in der Nähe des Flughafens und spazierten dann ganz unbedarft und ohne festes Ziel durch die Stadt. Hier lediglich ein paar fotografische Eindrücke.
Nicht nur wir genossen die Sonne: im Park am Fuße des Schlosses saßen jede Menge Leute im Gras.
Blick aufs Schloß vom Park aus. Der Felsen, auf dem das Schloß steht, war übrigens mal ein Vulkan.
Whisky überall. Natürlich nur schottischer.
Direkt vorm Schloß.
In einer Weberei für schottische Kiltstoffe.
Am Nachmittag erschöpft in einem Coffeeshop sitzend bemerkte ich dann erst, daß ich mehrere Anrufe von einer britischen Nummer verpaßt hatte. Das war einer der Geologen, die mit uns auf Rum gewesen waren und der in Edinburgh wohnte. Ein Rückruf brachte mir seine Frau ans Telefon, die uns zum Abendessen und zur Übernachtung bei Ihnen einlud. Wir also direkt zurück in die Touristinformation, um unser B&B zu stornieren. Das war nach einigem Rumtelefonieren und Augen zudrücken auch möglich (immer das Kleingedruckte lesen bei solchen Buchungen!). Dann machten wir uns auf den Weg in den Vorort von Edinburgh, in dem unser Kollege mit seiner Frau wohnte. Dazu sei nur gesagt, daß sie super nette Leute sind, trotz ihres Alters (Mitte 70) beide sehr jung geblieben, ein tolles Haus haben und wir uns sehr wohlgefühlt haben. Ich hoffe, wir können uns irgendwann revanchieren, wenn sie mal wieder nach Schweden kommen.

Unsere Fahrt am nächsten Morgen zum Flughafen, Mietwagen abgeben und einchecken waren eher unspektakulär. Leider hatte unser Flug nach Kopenhagen Verspätung: erst 10 Minuten, dann nochmal 20, dann nochmal 20, und dann nochmal 2 Stunden. Irgendwas war mit der Maschine nicht in Ordnung, und ich möchte ja durchaus in einem funktionierenden Flugzeug fliegen. Nur leider bedeutete die Verspätung, daß wir unseren Anschlußflug nach Stockholm-Arlanda verpaßten. Da half auch kein Verköstigungsgutschein für einen Kaffee. Zu guter letzt durften wir aber dennoch an Board und landeten mit 3 Stunden Verspätung in Kopenhagen. Doch was nun? Der einzige Hinweis, den wir bekamen, führte uns zum SAS-Transferschalter, wo sich auch die anderen Passagiere unseres Fluges einfanden. Nach geschlagenen 45 Minuten erfuhren wir dann auch, daß der Flug auf den man uns automatisch gebucht hatte, schon seit 25 Minuten in der Luft war. Ein Hoch auf die Informationspolitik am Flughafen! Die Dame am Schalter buchte uns also erneut um, auf einen Flug um kurz nach 20 Uhr (unser ursprünglicher Flug ging um 15 Uhr), und überreichte uns gleich auch noch einen Verköstigungsgutschein. Der erlaubte uns noch ein Abendessen, bevor es dann endlich nach Schweden ging. Eine unserer Taschen war auch schonmal vorgeflogen, was wir in Arlanda natürlich erst am Gepäckverlustschalter erfuhren. Nun ja, jedenfalls waren wir dann doch kurz nach 23 Uhr zu Hause (statt geplanten 17:30 oder so), wo uns zwei hungrige Katzen erwarteten. Endlich zu Hause!!!

Mittwoch, 20. Juni 2012

Arbeit auf Rum - Teil 2

Statt einen schönen Abend mit meiner dresdner Familie zu verbringen :-( habe ich jetzt Gelegenheit, diesen Post zu vervollständigen. Hier kommt also der zweite Teil des Rum-Reiseberichts, der sich damit befassen soll, was Geologen dort eigentlich so interessant finden.
Der Berg Hallival. Die Schichten spielen eine entscheidende Rolle in unserer Erzählung.
Zu Zeiten, in denen die Dinosauerier gerade am abtreten waren, also vor etwas mehr als 60 Millionen Jahren, gab es den Atlantik noch nicht, und Grönland, Nordamerika und Europa hingen noch zusammen. Damals war Rum ein Vulkan, und zwar ein zunächst einmal ziemlich explosiver. An einigen Stellen auf der Insel findet man noch Ablagerungen von Glut- und Aschewolken und Strukturen großer, explosiver Ausbrüche. Diese gehören zu einer sogenannten Caldera, einer Einsturzstruktur eines Vulkangebäudes. Heute ist davon noch ein wenig vom Inneren und vom Rand der Caldera zu erkennen.

In einer zweiten Phase der Aktivität des Rum-Vulkans bildete sich an der Stelle der Caldera eine neue Magmakammer im Inneren des Vulkans. Diese Kammer wurde über lange Zeit hinweg mit Magma aus der Tiefe gespeist, das immer wieder in Pulsen in die Magmakammer eindrang. Aus dem flüssigen Magma kristallisierten dann beim Abkühlen verschiedene Arten von Mineralen als Kristalle. Die Kristalle sanken dann auf den Boden der Magmakammer und bildeten dort Schichten aus grobkörnigem Gestein. Jeder Puls neuen Magmas bildete eine neue Schicht.
Ein Gestein namens Peridotit, das zum größten Teil aus dem Mineral Olivin besteht. In der salzigen Meeresluft der Hebriden verwittert der Olivin und das Gestein sieht aus wie schweizer Käse.
Die Erosion (also mehrere Vergletscherungen, Wind und Wetter) hat den Rum-Vulkan dann bis auf das Niveau des Magmakammerbodens abgetragen. Weil die Schichten teilweise unterschiedliche Zusammensetzung haben, werden sie unterschiedlich stark abgetragen (siehe Foto 2) und bilden die deutlich sichtbaren Schichten in den Bergen von Rum (siehe Foto von Hallival oben). Auf Rum kann man also auf dem Boden einer Magmakammer entlang laufen und Gesteine und Strukturen analysieren, die sich dort gebildet haben.

Da ich mich in meiner Forschung damit beschäftige, wie Vulkane in ihrem Inneren funktionieren, ist Rum für mich ein geologisches Wunderland!

Sonntag, 17. Juni 2012

Arbeit auf Rum - Teil 1


Freitag sind wir von der Insel Rum in Schottland zurückgekommen, und ich möchte nicht versäumen, von unseren Abenteuern zu berichten. In diesem Post soll es erst einmal um die Anreise auf die Insel Rum und die Insel selbst gehen.
Die Gipfel der Insel Rum.
Schon vor ein paar Monaten habe ich mit der Reiseplanung begonnen, eine Unterkunft gebucht und mich um die An- und Abreise gekümmert. Es ist tatsächlich ein logistischer Albtraum, nach Rum zu kommen und auch wieder zurück. Von Stockholm-Arlanda gibt es kaum noch Direktflüge, schon gar keine ins näher gelegene Glasgow. Also flogen wir letzte Woche Donnerstag zusammen mit meinem Chef nach Edinburgh. Als wir am Schalter in Arlanda nach unserem Ziel gefragt wurden, gab es als Reaktion auf die Antwort "Edinburgh" nur ein mittleidiges "Wirklich?!". Nun ja, Schottland ist nicht gerade für sein gutes Geländewetter bekannt.

In Edinburgh angekommen, ging es für uns mit einem Mietwagen bei grauem Schauerwetter quer durch Schottland in die Nähe von Fort William, wo wir in einem Bed & Breakfast übernachteten. Am nächsten Morgen ging es dann zu Lidl für einen Großeinkauf. Auf Rum gibt es nämlich nur einen kleinen Laden, der noch dazu gepfefferte Preise hat. Mit dem Auto voller Essen und Gepäck ging es dann weiter an die Küste nach Mallaig, den Ort an dem die Fähren auf die Hebrideninseln ablegen. Jeden zweiten Tag kann man von dort in etwas mehr als einer Stunde zu den sogenannten "kleinen Inseln", zu denen unter anderem Rum, Eigg, Canna und Muck gehören fahren.
Gepäck von 4 und Essen für 6 Leute am Pier in Mallaig.

Auf der Fahrt nach Mallaig klarte das Wetter zunehmend auf und die Sonne kam heraus. Es wurde sogar richtig warm. Viel zu gutes Wetter für Schottland. In Mallaig trafen wir dann den Betreuer der Bachelorarbeit meines Chefs von der Universität in St. Andrew. Der ging dann mit uns an Bord der Fähre nach Rum. Das Auto blieb übrigens in Mallaig zurück, da nur die Bewohner der Insel mit dem Auto übersetzen dürfen. Die Überfahrt war toll: Sonnenschein, wenig Wind und Wellen, klare Sicht und Robben und sogar ein Minkwal!
Auf der Fähre mit den Inseln Eigg hinter und Rum neben mir.
Nach etwas mehr als einer Stunde legte die Fähre am Anleger von Rum an. Rum ist eine spezielle Insel. Bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war sie Privatland und wurde danach Eigentum des Staates, der die Insel kurzerhand in ein Naturreservat verwandelte. Von Privatzeiten ist vor allem das Schloß in der einzigen Ortschaft Kinloch übrig.
Kinloch Castle: auch wenn es nicht so aussieht, es ist erst etwas mehr als 100 Jahre alt.
Kinloch Castle wurde von der reichen Unternehmerfamilie Bolloch gebaut, der die Insel bis in die 50er Jahre gehörte. Die Bollochs hatten die vorherigen paar hundert Bewohner Rums daz gezwungen, die Insel zu verlassen und nach Kanada auszuwandern. Statt Schafen wurde Rotwild auf die Insel gebracht, das man jagen konnte. Das Rotwild ist noch heute da und wird nur zur Jagdsaison behelligt, was dazu geführt hat, daß die Hirsche nicht besonders schüchtern sind. Ansonsten gibt es an größeren Tieren eine Herde Highlandrinder und wilde, zottelige Ziegen.
Highlandrinder im Vordergrund und Rotwild im Hintergrund.
Ist es nicht süß? Ich hab übrigens die gleiche Frisur.
Die Rinder sind nicht besonders schüchtern.
Die wilden Ziegen von Rum.
Außer dem Schloß hinterließen die Bollochs ein Mausoleum in der heute völlig einsamen Harris Bucht. Ganz im Sinne ihres unternehmerischen Größenwahnsinns ist es wie ein griechischer Tempel gestaltet und beherbergt drei Sarkopharge.
Das Bolloch-Mausoleum in der Harris-Bucht.
Als die Bollochs Rum an den Staat verkauften, wurde die Insel zum Naturreservat. Das bedeutet, daß bis heute alles von Scottish Natural Heritage verwaltet wird. Menschliche Aktivitäten wie die Besiedlung der Insel wurden streng reguliert. Heute hat Rum ca 40 Einwohner. In die Grundschule geht zur Zeit ein Kind. Das Schloß wird als Museum und Herberge genutzt. Wir hatten zum Beispiel das Eichenzimmer, ganz stilecht mit "Prinzessinnenbett". Das Schloß hat sowohl ein Restaurant als auch eine Selbstversorgerküche, die wir uns mit den anderen Gästen, unter anderem dem Förderverein des Schlosses und einigen Stundenten aus Glasgow, teilten. Neben dem Schloß gibt es noch ein paar Plätze für Zelte direkt an der Küste, und nächstes Jahr soll ein Bed & Breakfast aufmachen.
Handyempfang ist auf der Insel nur stellenweise vorhanden.
 Neben der Landschaft (davon im 2. Post mehr) ist auch die Fauna der Insel sehenswert.
Eine der Orchideenarten auf Rum.
Der fleischfressende Sonnentau liebt es feucht und warm.
So, das war der erste Teil des Berichts über unsere Rum-Reise. Im zweiten Teil werde ich mal beschreiben, was Rum zu einem geologischen Paradies macht und was der Zweck unserer Reise war.

Mittwoch, 6. Juni 2012

Hauskauf oder Hausbau?

Gestern hatten wir ein Informationsgespräch bei einem Unternehmen, das schlüsselfertige Häuser baut. Eigentlich hatte ich nie in Betracht gezogen, daß wir ein neues Haus bauen könnten. Ich dachte, Sowas ist teuer und aufwändig und kostet Nerven. Doch auf der Internetseite, auf der ich immer nach Häusern schaue, sind hin und wieder auch Angebote für Grundstücke inklusive Hausbau zu finden. Und so war es mal an der Zeit für handfeste Informationen.

Der Anbieter, bei dem wir waren, hat sich auf Modulhäuser spezialisiert, bei denen die obere Etage zum Eigenausbau verbleibt, was den Preis natürlich ziemlich drückt. Ansonsten kann man bei der Materialwahl und der Zimmeraufteilung mitreden. Das Gespräch war schon sehr interessant, und wir haben auch eine komplette Kalkulation für ein Haus mit Grundstück und Garage bekommen. Der Preis war in Anbetracht der Leistung sehr gut und innerhalb des Rahmens, den wir uns gesetzt haben.

Wenn wir uns also entscheiden würden, auf diese Weise zu bauen, müßten wir zunächst ein Grundstück unserer Wahl erwerben und bei der Kommune eine Baugenehmigung beantragen. Zudem würden wir mit dem Hauslieferanten einen Vertrag abschließen, der sich dann um alles weitere, also Grundstücksarbeiten, Fundament, Anschlüsse, Hausauf- und -ausbau kümmern würde. 
 
Das Manko ist nur, daß Grundstückskauf, Baugenehmigung und Hauslieferung ein Jahr dauern würden. Das Bauen dauert dann nur ca 6-7 Wochen. Eigentlich wollten wir aber am liebsten diesen Herbst umziehen, nicht nächstes Jahr im Sommer.

Allerdings könnten wir uns bei einem Neubau aussuchen, wo wir hinziehen, wie das Haus aussieht und welches Grundstück wir beziehen. Wir wüßten genau, wann wir einziehen können, und würden nicht wegen der Kündigungsfrist unsere Miete weiter zahlen müssen. Wir müßten erstmal nur das Grundstück kaufen. Das Haus wäre erst bei der Übergabe zu bezahlen, was uns natürlich mehr Zeit zum Sparen geben würde.

Im Moment hadern wir deshalb mit der Entscheidung, ob wir kaufen oder bauen. Morgen reisen wir erstmal für 9 Tage nach Schottland auf die Insel Rum für Geländearbeit. Danach wollen wir eine Entscheidung getroffen haben.