Dienstag, 20. Juli 2010

Die Besuchszeit ist vorbei

Der Sommer ist noch lange nicht zuende, aber gestern ist unser vorerst letzter Sommerbesuch abgereist. Nach insgesamt etwa 4 Wochen mit Besuchern kehrt jetzt wohl wieder der Alltag ein.

Wir hatten viel Spaß und die Gelegenheit, unsere neue Heimat als Touristen zu erkunden (detaillierte Berichte zu den neuesten Ausflugszielen folgen in Kürze). Es war toll, daß Ihr da wart!

Montag, 12. Juli 2010

Die Geschichte mit der entlaufenen Katze

Eines schönen Morgens wache ich auf und öffne wie immer die Tür, hinter der im Normalfall zwei ausgehungerte Katzen warten, nachdem ich sie irgendwann in der Nacht aus dem Schlafzimmer geworfen habe. Nich so an diesem Morgen. Da wartet nur ein hungriger, verwirrter und einsamer Leon.OK, ganz so klein sah er nicht aus an diesem Morgen, aber genauso niedlich.

Wo also war die Ginny? Nach einer Durchsuchung des nicht ganz so großen Hauses war schnell klar: Sie war nicht im Haus! Dabei dürfen Ginny und Leon nicht rausgehen. Da sie aber auch niemand rausgelassen hatte, mußte sie anderweitig getürmt sein in dieser Nacht. Blieb also nur das Flurfenster im Obergeschoß.

Offensichtlich war die Dame aus dem geöffneten Fenster auf den Gartentisch gehüpft. Aber was dann? Es folgte eine Suchaktion "um den Block", was wenig erfolgversprechend ist, wenn man im Prinzip von Wald und Feld umgeben wohnt. Innerhalb einer Nacht kann eine Katze da wirklich überall hingelangen. Und so blieb die Suchaktion auch erfolglos.

Da standen wir nun im Garten und riefen die Katze, denn was blieb uns noch übrig zu tun? Aber war da nicht ein leises Geräusch? Ach nein, das war das Telefon der Nachbarin. Oder vielleicht doch? Da hinten?

Und tatsächlich, ein Miauen, ganz leise nur, aber hinterm Haus etwas lauter. Und beim Schuppen sogar noch etwas lauter. Und da saß sie auch drin: die verängstigte Ginny, die ihre Freiheit offensichtlich nur dazu genutzt hatte, sich zu verstecken. Doch nun war sie nicht mehr auf Freiheit aus und plötzlich sehr froh uns zu sehen. Schließlich war ja auch Frühstückszeit und die arme Katze verpaßt sonst nie eine Mahlzeit. Außerdem mußte sie dringend aufs Katzenklo! Man pinkelt ja nicht einfach in den Garten.

Im Nachhinein ließ sich außerdem rekonstruieren, daß die Ginny wohl draußen auch einiges an Gras genascht hat. Außerdem hat sie sich bei ihrem kurzen Abenteuer zwei (!) Zecken eingefangen. Ginnys Lieblingsfenster ist seitdem geschlossen. Selbst Schuld!

Freitag, 9. Juli 2010

Bären pflücken auf schwedisch

Die Blaubeersaison hält gerade in den schwedischen Wäldern Einzug. Für alle, die es noch nie ausprobiert haben, muß ich an dieser Stelle anmerken: Blaubeeren pflücken ist harte Arbeit!

Da die Schweden aber schlau und/oder faul sind, haben sie sich was einfallen lassen: den bärplockare (Beerenpflücker), eine Art Kamm, mit dem man die Blaubeeren einfach aus dem Busch kämmt. Dabei werden zwar ein paar Blätter mit abgerupft, aber die sammeln sich oben auf den Beeren und man kann sie somit leicht absammeln oder aussieben. Ganz schön clever, was?

P.S.: Das Wort Beere heißt auf schwedisch bär. Man geht also im wahrsten Sinne des Wortes Bären pflücken.

Montag, 5. Juli 2010

Semester!

Nun ist die Schließung des Landes Schweden endgültig über uns hereingebrochen: der große Sommerurlaub hat begonnen!

Das bedeutet, daß ca. 90% der Schweden im Urlaub sind, und das für die nächsten 4 bis 5 Wochen. Die Straßen sind leergefegt, wenn man morgens zur Arbeit fährt. Die Parkplätze sind umso leerer. Im Institut selbst wurden letzte Woche die Schließanlagen umgestellt, sodaß man nur noch mit Schlüsselkarte reinkommt. Auch arbeiten tut keiner mehr, jedenfalls kein Schwede. Die Kantinen der umliegenden Institute sind für den Sommer geschlossen. Für die Arbeit bedeutet das: auf der einen Seite herrliche Ruhe, nur noch ein Tisch ist besetzt im Innenhof beim Mittagessen, auf der anderen Seite werden bis Mitte August keine Reisekosten erstattet, denn die Verwaltung ist kollektiv im Urlaub.

Für das tägliche Leben bedeutet die Urlaubszeit den fast vollständigen Stillstand einiger Dienstleistungen. Zugegeben, die Supermärkte haben noch geöffnet wie bisher, aber Autoreparaturen oder sonstige Termine muß man Wochen vorher anmelden. Die Geschäfte in der Innenstadt haben teilweise verkürzte Sommeröffnungszeiten. Es sind ohnehin nur noch Touristen in den Straßen unterwegs.

Wo sind die ganzen Schweden? Die verstecken sind im Sommer auf dem Land in ihren Sommerhäuschen und genießen die langen Sommertage.

P.S.: Irreführenderweise heißt das Wort semester übersetzt Urlaub. Hihi!

Sonntag, 4. Juli 2010

Touristenprogramm: Ulva Kvarn

Gestern waren wir mit unserem Besuch und Freunden in Ulva Kvarn. Das ist ein Anwesen ein paar Kilometer nördlich von Uppsala und eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Gegend. Zum einen gibt es hier das Haupthaus, das eine Glasbläserwerkstatt, einen Antiquitätenhandel und ein Restaurant beherbergt. Es liegt gleich neben einer Staustufe des Flusses Fyrisån, der weiter südlich durch Uppsala fließt. Hier kann man angeln oder baden.

Zusätzlich gibt es eine Art Künstlerkolonie mit Läden, in denen Kunsthandwerk verkauft wird. Jeden Sonntag gibt es zudem einen Flohmarkt und am ersten Wochenende im September einen berühmten Handwerksmarkt.

Die meisten Leute kommen aber einfach, um zu picknicken und die Natur und den Sommer zu genießen.

P.S. 2009 wurde Ulva Kvarn zu Uppsalas Naturausflugsziel Nr. 1 gekührt.

Freitag, 2. Juli 2010

Kubb

Kubb ist ein schwedisches Spiel, das man mit beliebig großen Mannschaften auf dem Rasen spielt. Man benötigt dazu den hölzernen Kubbspielsatz, bestehend aus 4 Begrenzungsstäben, mit denen das Spielfeld abgesteckt wird, 10 Klötzen, 6 Werfhölzern, mit denen man die Klötze der anderen Mannschaft umwirft, und dem König, einem größeren Klotz mit Krone, der zuletzt umgeworfen werden muß.

Kubb ist in Schweden sehr beliebt. Auf Arbeit treffen wir uns gewöhnlich mittwochs zum Kubbspielen während der Mittagspause.

Donnerstag, 1. Juli 2010

Sweden entdecken

Beim gestrigen Einkauf habe ich dieses formschöne Buch erworben: ein schwedischer Reiseführer für Schweden. Gegliedert nach Regionen und mit Tipps von Einheimischen. Wenn die nicht wissen, was bei ihnen um die Ecke sehenswert ist, wer dann?

Offensichtlich geht der Trend unter den Schweden auch zum Urlaub im eigenen Land, wie es ja in Deutschland auch seit einigen Jahren der Fall ist. Ohnehin bevorzugen es die Schweden, ihren Sommerurlaub auf dem Lande zu verbringen. Und wer will auch ernsthaft weg aus Schweden zu dieser Jahreszeit. Es ist zu schön!