Dienstag, 3. November 2009

Ein irgendwie guter Tag irgendwie

Obwohl ich wegen meiner Lehrverpflichtung augenblicklich eine Menge zutun habe, war heute irgendwie ein guter Tag. Auf eine seltsame Weise haben sich heute gleich mehrere Dinge in Bewegung gesetzt bzw. gelöst, die mich schon länger wurmen. Aus Zeitmangel nur eine Liste:
  • Heute habe ich dank meines Vermieters endlich eine Werkstatt gefunden, die mir den Zahnriemen repariert und dann für 100 € weniger als die, die ich angerufen hatte.
  • Ich bin heute in mein eigenes Büro gezogen. Nichts mehr mit Gästebüro. Jetzt hab ich mein Privatbüro gleich neben der Küche.
  • Der Computer für mich ist auch bestellt und sollte innerhalb der nächsten 10 Tage eintreffen.
  • Heute wurde nach einer Woche Stillstand endlich wieder am Bad gearbeitet.
  • Mein Vermieter hat eingesehen, daß es geringfügig unannehmlich ist für mich, kein Badezimmer zu haben. Deshalb gibt er mir für nächsten Monat eine Mietminderung von 150 €.
Na wenn das mal nichts ist. So, jetzt muß ich aber noch ein bißchen Vorbereitung machen für meine Übung morgen. Strain analysis. Ich bitte um gedrückte Daumen.

Sonntag, 1. November 2009

House doctoring

Hier noch ein kleines Update darüber, was sich im Haus so alles getan hat in der Zwischenzeit.

Letztes Wochenende haben wir die Küche gestrichen. Die alte Tapete war zwar mal schön (in ihrer Jugend), aber leider hatte der Vormieter auch eine Menge Löcher darin hinterlassen. Die wurden schön zugespachtelt und geschliffen, bevor es ans Malern ging. Die Decke hatte auch einen neuen Anstrich in weiß verdient, doch für die Wände haben wir uns im Baumarkt Farbe mischen lassen. Aus dem Bild sieht sie gelber aus, als sie wirklich ist. Mir gefällt das Ergebnis jedenfalls sehr gut, auch wenn ich arge Bedenken hatte, als ich den Eimer mit der Farbe aufgemacht habe und mich ein freundliches Textmarkergelb anlächelte. In trocken war es dann aber wieder so, wie ich die Farbe haben wollte. Auf jeden Fall sieht die Küche jetzt wesentlich gemütlicher aus, wo man nicht mehr von weißen Küchenmöbeln, weiß-meliertem Boden, weißer Decke und weiß-gemusterten Wänden erschlagen wird. Fehlt nur noch ein bißchen Deko in grün oder Kontrastfarbe, aber das kommt nach dem Umzug.

Außerdem haben wir ein Holzregal gebaut im Eingangsbereich, damit man dort ein paar Kisten Feuerholz lagern kann. Zudem hat es noch den netten Nebeneffekt, daß man sich draufsetzen oder es als Taschenablage verwenden kann. Jetzt muß ich mir nur noch überlegen, in welcher Farbe ich es streiche. Momentan ist es helles unbehandeltes Holz, und es steht in einem Raum mit mittenbraunen Holzpanelen an Wänden und Decke. Der Boden ist braun mit Korkmuster. Für Vorschläge wäre ich sehr dankbar.

Zudem gibt es noch ein paar weitere Bauprojekte, die noch vorm Umzug abgeschlossen werden sollen. Dazu zählt das Wohnzimmer. Nachdem ich ein paar Stellen an den weißen Wänden ausgebessert hatte, erwies sich die Wand als doch nicht mehr so weiß. Also muß ich da nochmal streichen. Aber das sind ja zum Glück nur 3 Wände, die auch nur einmal gestrichen werden müssen.
Dann bin ich dabei, die Treppe zu renovieren, was sich als mehrphasiges Projekt gestaltet. Doch ich will es abgeschlossen haben, bevor die Katzen da sind, um ihre Haare auf frischem Lack zu verewigen. Außerdem bin ich nicht sicher, ob sie Verständnis dafür aufbringen würden, einen Tag lang nur jede 2. Treppenstufe zu benutzen.
Außerdem ist das Bad noch immer nicht fertig. Wegen Krankheit des Handwerkers hat sich seit mehr als einer Woche nichts mehr getan. Das heißt, ich dusche weiterhin auf Arbeit und kann die Waschmaschine nicht benutzen. Meine Reizschwelle, was das Thema Bad angeht, ist mittlerweile auf einem Tiefpunkt angelangt. Die Entwicklung diesbezüglich ist proportional zur Menge sauberer Kleidung in meinem Schrank.
Ansonsten gibt es nur noch ein größeres Projekt, was noch sehr bald fertiggestellt werden muß: Wir brauchen eine Katzenfluchtverhinderungsundwärmeinhaushaltetür zwischen dem Eingangsbereich/Garderobe und dem Flur. Das sollte am besten in der neuen Woche geschehen, denn ab Freitag ist Cat Transfer angesagt, wenn alles gutgeht.

Inflyttningsfest in Little England

Gestern war ich zur Einweihungsparty einer Kollegin eingeladen, die seit Anfang Oktober in ihrer neuen und eigenen Wohnung wohnt. Da die Kollegin aus England kommt und ihre Mitbewohnerin ebenso, haben wir die Wohnung im Scherz schon vor einiger Zeit Little England getauft. Grund geung, der Einweihungsparty ein entsprechendes Motto zu geben. Doch einfach nur eine englische Party zu geben, wäre dem Anlaß nicht gerecht geworden. Deshalb kam am Montag die Einladung mit dem Motto "English Cocktail Party".

Das heißt, es gab einen richtigen Dresscode, was mich natürlich erstmal vor ein Problem gestellt hat: Als ich vor 3 Monaten meine Sachen gepackt habe, um nach Schweden zu ziehen, hatte ich nicht damit gerechnet, daß ich hier ein Cocktailkleid, geschweige denn entsprechende Schuhe und Assesoires brauchen könnte. Doch glücklicherweise hat mich eine andere Kollegin gerettet. Gestern Nachmittag vor der Party durfte ich zu ihr kommen und mich von ihrem Kleiderschrank bedienen. Das war ein Spaß! Besser als Shopping, weil ich ja nicht bezahlen mußte. Am Ende War ich mit Kleid, Bolero, Strumpfhose, Schuhen, Kette und Make up ausgestattet. Tja, so verbringen Mädchen ihren Nachmittag...

Zur Party gabs dann auch englische Spezialitäten: scones, Cornish pastries und sausage rolls. Sowie Vodka-Martini und andere Drinks, die James Bond trinken würde, wenn er sich nicht schon festgelegt hätte. Es war definitiv ein gelungener Abend, allein schon weil es interessant war, einige Leute im Anzug oder Kleid zu sehen. Also: Long live Little England!

Freitag, 30. Oktober 2009

Warum es schön ist, in Schweden zu arbeiten - Teil 2

Heute habe ich erfahren, daß morgen in Schweden ebenfalls ein Feiertag ist. Ich vermute mal sowas wie Reformationstag. Im gleichen Zug habe ich auch erfahren, daß es in Schweden ganz normal ist, daß man nur bis 12 Uhr arbeitet, wenn am nächsten Tag ein Feiertag ist, zumindest wenn man Staatsangestellter ist wie ich. Deshalb sind heute auch alle regulären Angestellten (das technische Personal auf jeden Fall) ab Mittag nicht mehr zu sehen gewesen.

Noch was Gutes: Wenn der Feiertag auf einen Donnerstag oder Dienstag fällt, ist der Brückentag automatisch frei! Ohne daß man extra Urlaub nehmen müßte! Und scheinbar macht sich deshalb keiner ins Hemd von wegen die Volkswirtschaft bricht zusammen oder sowas...

Und noch was Gutes: Wer sich immer schon gewünscht hat, einen Feiertag mal zu shoppen nutzen zu können, sollte nach Schweden ziehen. Hier haben die meisten Geschäfte an Feiertagen offen, wenigstens mit den Sonntagsöffnungszeiten.

Und zum Schluß noch ein Grund, warum es schön ist, in Schweden zu arbeiten: Der Arbeitgeber kümmert sich wesentlich mehr darum, daß man glücklich ist mit seiner Arbeit und sich mit dem Unternehmen identifiziert. Nächsten Freitag gibts zum Beispiel ein Novemberfest hier am Institut mit Essen, Trinken und Unterhaltung, ganz und gar kostenlos für die Angestellten, und nur damit wir alle happy sind. Schade, daß ich dann ausgerechnet nicht da bin. Aber dafür läuft ja demnächst die Saison der Weihnachtsparties an. Ich werd schon nicht zu kurz kommen.

Ach ja: Die Obstkorbfrequenz scheint sich jetzt zur ungemütlichen Jahreszeit drastisch erhöht zu haben. Auf jeden Fall gab es in den letzten 2 Wochen zweimal pro Woche einen Obstkorb. Ich weiß, 2 Punkte machen auch eine Gerade, deshalb kann ich jetzt noch nicht sagen, ob es sich dabei um einen Trend handelt. Aber ich werde die Sache im Auge behalten.


Freitag, 23. Oktober 2009

Der 5. Grund

Mir ist ein 5. Grund eingefallen, warum diese Woche besser wird als letzte. Dafür ist aber leider auch ein Grund ausgefallen: Diese Woche gibts erstmal noch kein Internet. Hab gestern bem Telefonanbieter angerufen, warum denn der Brief mit den Paßwörtern noch nicht da ist. Tatsächlich soll es gar keine Paßwörter geben. Stattdessen soll ich Montag einfach den Router anschließen und fertig. Nix Paßwort! Komisch. Na ja, dann eben Montag.

Doch hier der versprochene 5. Grund, bzw. der Ersatzgrund für das weggefallene Internet: Diese Woche wird endlich das Bad renoviert. Es nervt schon ein bißchen, eine Baustelle im Untergeschoß zu haben. Mittwoch wurde das alte Linoleum rausgerissen, gestern wurde die Decke gestrichen und Estrich gegossen. Hoffentlich kommt heute das neue Linoleum rein. Ich will endlich wieder zu Hause duschen, auch wenn die Duschen hier auf Arbeit gerade neu gemacht wurden.

Mal sehen, wie das so weitergeht. Es ist auf jeden Fall immer eine Überraschung, abends nach Hause zu kommen.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Schweden, nicht Deutschland - Teil 2

Obwohl man ja dank IKEA meinen könnte, alles über schwedische GeWOHNheiten zu wissen, sind mir, seit ich hier bin, so einige Dinge aufgefallen, die ein bißchen anders sind als in Deutschland. Das sind tatsächlich nur Kleinigkeiten des täglichen Lebens, aber sie machen einen großen Unterschied.

Hier einige Beispiele:
  • In Schweden sind Schlösser an oftmals Türen andersherum angebracht. Das heißt, man steckt den Schlüssel "falsch"rum ins Schloß und schließt in die Richtung auf, in der man in Deutschland zuschließen würde. Sehr verwirrend!
  • Schwedische Kissenbezüge haben keine Knöpfe, und überhaupt sind schwedische Kopfkissen rechteckig und kleiner (50 x 60 cm).
  • Fenster in schwedischen Häusern sind Doppelglasfenster, aber man kann die beiden Scheiben wie ein Faltblatt auseinanderklappen. Dazwischen ist dann praktischerweise die Jalousie, vor Wind und Wetter geschützt. Und die Verschlüsse für die Fenster sind sowieso mal ganz anders.
  • In Schweden gibt es traditionell keine echten Duschkabinen (in neueren Bädern schon). In den richtig alten Häusern steht man einfach so im Raum und duscht, also keine abgetrennte Duschwanne, oder wie das heißt. Wenn das Bad klein ist, kann man sich so z.B. auf die Toilette setzen und duschen. Ach ja, in Schweden ist Linoleum die "Fliese des Volkes". Linoleum ist überall.
  • In Schweden gibt es überall Lampen in den Fenstern: kleine Stehlampen, um die Dunkelheit zu vertreiben. Und Schweden mögen Licht: überall im Haus und auf dem Grundstück ist das Licht an, wenn sie zu Hause sind.
  • In Schweden macht zieht man die Gardinen nicht zu oder schließt die Jalousie, wenn man zu Hause ist. Das Licht brennt, jeder kann reingucken, aber es gehört sich nicht. Würde man die Gardinen zuziehen, wäre das ein Zeichen dafür, daß etwas nicht in Ordnung ist, sagt zumindest mein Einwandererbuch.
  • Und: Schweden lieben Tapete mit Mustern. Ich hab noch nie so viele Blümchentapeten gesehen wie hier.
Mehr fällt mir jetzt spontan nicht ein, aber mir fallen ständig solche Kleinigkeiten auf. Ich berichte weiterhin von meinen Entdeckungen.

Montag, 19. Oktober 2009

Meine PYPpi

Ja, ich habe ein Auto! Jippiiiiie! Einen Skoda Oktavia Combi. Details finden sich hier. Da ich ja eine absolute Nicht-Expertin bin, bin ich sehr dankbar, daß mein Vermieter den Kauf in die Hand genommen hat. Er hat auch gleich 3 Freunde mitgenommen, die was von Autos verstehen. So hab ich ein echt gutes Geschäft gemacht.

(Das Copyright für dieses Foto hat der ehemalige Besitzer meines Autos, Linus aus Stockholm.)

Der alte Besitzer wollte das Auto loswerden, weil der Zahnriemen gewechselt werden muß und er kein Geld hat. Doch bis auf das und die Sommerreifen ist das Auto absolut in Topzustand. 109 000 km, Baujahr 2000.

Ich bin so froh, jetzt endlich wieder mobil zu sein. Nur nach Deutschland kann ich mit PYPpi (so mein Name für das Auto, weil das Kennzeichen mit PYP anfängt) im Winter nicht. Die Winterreifen haben Spikes, was außerhalb Schwedens nicht zugelassen ist. Aber im Sommer komm ich bestimmt mit PYPpi nach Deutschland. Dann machen wir den Kofferraum voll mit leckeren Sachen, die es in Schweden nicht gibt.

Übrigens: In Schweden behalten Autos ihr Leben lang das gleiche Kennzeichen. Gibt man das Kennzeichen im Internet in eine Datenbank ein, kann man alles erfahren, was mit dem Auto je geschehen ist. Deshalb legt man in Schweden soviel Wert darauf, daß Autos svensksåld (in Schweden gekauft und verkauft) sind. Da gibts keinen Mogel mit dem Kilometerstand oder möglichen Unfallschäden. Gleichzeitig weiß die Polizei aber auch sofort, ob das Auto versichert ist, wenn sie das Kennzeichen überprüfen. Ja, so ist das mit der schwedischen Transparenz.