Mein erstes Wochenende im neuen Haus ist vorüber, und ich muß davon berichten, bevor ich mich nicht mehr so daran erinnern kann, wie ich es in dem Moment empfunden habe. Leider habe ich noch etwa 10 Tage kein Internet zu Hause, sodaß ich nur rückblickend berichten kann. Doch wo soll ich anfangen...?
Am besten am Anfang, oder wenigstens Samstag. Eine wichtige Aufgabe, die ich mir für dieses Wochenende gestellt hatte, hieß: Holz bestellen. Doch um das wenigstens noch ein bißchen hinauszuzögern, bin ich erst einmal ums und durchs Haus gelaufen und hab den Rest des schönen Wetters genutzt, um Fotos zu machen. Ein Kollege hatte mir freundlicherweise seine Kamera geliehen.

Doch ewig dauert so eine Fotosession ja auch nicht, denn so ein Haus hält ja schön still. Außerdem war es etwas kalt, sodaß ich mich dann doch ins Dorf aufgemacht habe. Mein Vermieter hatte mir gezeigt, zu wem ich gehen muß, um Holz zu kaufen. Ich hab mir also ein Herz gefaßt und hab an der entsprechenden Haustür geklingelt. Und dann habe ich tatsächlich ein längeres Gespräch mit dem Herrn auf schwedisch geführt. Ich habe ihm gesagt, was ich will - Holz kaufen -, wo ich wohne, gefragt, ob ers liefern kann. Dann haben wir noch klargemacht, daß er es nicht kleinmachen muß für mich, weil ich eine Säge (mit dem Haus mitgemietet) habe. Er wird es also in 2 bis 3 Wochen liefern und mir als Haufen auf den Hof schütten. Ich muß es dann sägen uns hacken, ist billiger so. Aber für sofort hatte ich noch einen Kubikmeter Kleinholz bestellt, damit ich bis dahin nicht erfrieren oder - noch schlimmer - mit Strom heizen muß. Wir haben dann noch diskutiert, wie klein er es machen soll, weil ich nicht sicher war, ob die großen Stücke auch in den Ofen passen. Zu Testzwecken hat er mit dann ein "Probeholz" mitgegeben. Hätte es nicht gepaßt, wäre ich zurückgegangen. Dann war das Gespräch zuende, und obwohl ich hin und wieder fragen mußte, ob er einen Satz nochmal wiederholen könnte, war ich enorm stolz auf mich. Also lief ich dann stolz wie Oskar mit einem ziemlich großen Holzstück durchs Dorf zurück zum Haus.
Dort fing ich dann mit der 2. großen Aufgabe des Wochenendes an: Renovieren. Da man in Schweden beim Ausziehen nicht streichen muß, hatte mein Vormieter den Flur so belassen, wie er war, das heißt mit ziemlich angegrabbelten Wänden. Am Freitag hatte ich in weiser Voraussicht schonmal einen Besuch im Baumarkt eingeschoben, sodaß ich bestens vorbereitet war. Also habe ich mich gegen Mittag an die Arbeit gemacht. Nach einer Weile wurde ich aber erst einmal vom Traktor des Holzmannes unterbrochen, der mir meinen Kubikmeter Kleinholz lieferte. Da es regnen sollte, mußte ich erstmal das Holz stapeln und eine Plane drüberplatzieren. Trotzdem war ich sehr zufrieden, wie gut das alles geklappt hat.
Am frühen Nachmittag hatte sich außerdem mein Vermieter angekündgt, um mir noch ein paar Sachen am Haus zu zeigen und das Bad zu vermessen. Das wird nämlich nächste Woche renoviert. Ich durfte mir auch die Farben für Wände und Decke aussuchen. Mittwoch fahre ich dann mit meinem Vermieter neue Badmöbel einkaufen. Ach, ist das schön, wenn jemand anders bezahlt, wenn wohl auch von meiner Miete. Trotzdem bin ich sehr froh, daß das Bad gemacht wird. Momentan ist es noch, sagen wir rustikal. Ich zeige bei Gelegenheit Vorher-Nachher-Bilder.
Dann habe ich weiter den Flur gestrichen, bis es zu dunkel wurde, um weiß und dreckigweiß zu unterscheiden. Die Lampensituation im Haus ist augenblicklich noch etwas eingeschränkt. Deshalb mußte ich am Sonntag dann auch ein paar Stellen etwas nachstreichen, was ja nicht das Problem war, denn Sonntag war der Flur im Untergeschoß dran. Außerdem habe ich dann noch die Wohnzimmerdecke weiß gestrichen. Die Wände hatte mein Vermieter schon frisch gestrichen, aber das leider noch unterstrichen, daß die Decke nicht mehr ganz weiß war. Also habe ich auch die Decke gestrichen, um dann zu dem Teil zu kommen, den ich mir für den Schluß aufgehoben hatte: Eine Wand im Wohnzimmer sollte Farbe bekommen. Da ich leider nicht halb so mutig bin wie meine Schwester, was Farbe an der Wand angeht, habe ich ein neutral schönes Hellgraubraun mit dem schönen Namen Stone ausgesucht. Die Farbe ähnelt in etwa Milchkaffee. Ich muß sagen, mit dem Ergebnis dieser Farbaktion und mit der Flurrenovierung bin ich extrem zufrieden. Und ich kann Euch sagen, es ist ein sehr schönes Gefühl, wenn man die Freiheit hat, seine Wohnung so zu gestalten, wie man will. Dann renoviert es sich doch gleich mit viel mehr Motivation. Trotzdem war es ganz schön anstrengend, sodaß ich jetzt erstmal wieder eine Woche auf Arbeit brauche, um mich auszuruhen ;-)
