Ich finde, es ist wieder einmal an der Zeit für ein Bild aus meinem Geoversum (wenn sich momentan schon nichts Spannendes ereignet bei mir).
Hier befinden wir uns inmitten der Cordillera de Domeyco in den zentralen Anden. Die rötlichen bis mattgrünen Schichten bestehen aus kretazischen bis frühtertiären Metasedimenten des Backarcs, die bis zum Alttertiär verfaltet wurden. Die gelblichen Gesteine weiter oben stellen granitische Intrusionen dar, die um 40 Millionen Jahre in die Metasedimente intrudierten. Die Auffaltung war eine Folge der schrägen Subduktion entlang der Anden zu dieser Zeit.So weit die leicht abgeschwächte Expertenerklärung. Vom Standpunkt des unbedarften Betrachters sind einfach die Farben und die Berge überwältigend. Die Landschaft ist einmalig, auch wenn die Chilenen das weniger interessiert. Für die zählen eher wirtschaftliche Argumente. Doch auch die haben vor Ort sehr viel mit der Geologie zutun. So befindet sich die Cordillera de Domeyco zwischen zwei großen Verwerfungen, die die schräge Komponente der Subduktion aufgefangen haben. Entlang dieser Störungen entstanden in Graniten die größten Kupfer- und Molybdänlagerstätten der Erde. Diese Lagerstätten werden in Chile seit Jahrzehnten abgebaut.
Ein Beispiel ist Chuquicamata, die größe Kupfermine der Welt. Ein Blick von Google Earth lohnt sich: Chuquicamata ist das größte Loch der Welt, knapp 1 km tief. Als ich im letzten Jahr dort war, konnte ich mich davon persönlich überzeugen.

Derzeit begräbt die Mine mit ihrem Abraum die eigentliche Stadt Chuquicamata. Dort leben seit einigen Jahren keine Arbeiter mehr. Die wurden auch aus gesundheitlichen Gründen ins nahegelegene Calama umgesiedelt. Calama ist, so kann ich aus eigener Erfahrung berichten, ein ziemlich langweiliges Nest in der Wüste. Doch sollte es einen mal da hin verschlagen, kann man vor Ort Touristentouren nach Chuqui buchen. Ein staubiges, aber einmaliges Vergnügen!

