Freitag, 10. Juli 2009

Irgendwo in der Cordillera de Domeyco

Ich finde, es ist wieder einmal an der Zeit für ein Bild aus meinem Geoversum (wenn sich momentan schon nichts Spannendes ereignet bei mir).

Hier befinden wir uns inmitten der Cordillera de Domeyco in den zentralen Anden. Die rötlichen bis mattgrünen Schichten bestehen aus kretazischen bis frühtertiären Metasedimenten des Backarcs, die bis zum Alttertiär verfaltet wurden. Die gelblichen Gesteine weiter oben stellen granitische Intrusionen dar, die um 40 Millionen Jahre in die Metasedimente intrudierten. Die Auffaltung war eine Folge der schrägen Subduktion entlang der Anden zu dieser Zeit.

So weit die leicht abgeschwächte Expertenerklärung. Vom Standpunkt des unbedarften Betrachters sind einfach die Farben und die Berge überwältigend. Die Landschaft ist einmalig, auch wenn die Chilenen das weniger interessiert. Für die zählen eher wirtschaftliche Argumente. Doch auch die haben vor Ort sehr viel mit der Geologie zutun. So befindet sich die Cordillera de Domeyco zwischen zwei großen Verwerfungen, die die schräge Komponente der Subduktion aufgefangen haben. Entlang dieser Störungen entstanden in Graniten die größten Kupfer- und Molybdänlagerstätten der Erde. Diese Lagerstätten werden in Chile seit Jahrzehnten abgebaut.

Ein Beispiel ist Chuquicamata, die größe Kupfermine der Welt. Ein Blick von Google Earth lohnt sich: Chuquicamata ist das größte Loch der Welt, knapp 1 km tief. Als ich im letzten Jahr dort war, konnte ich mich davon persönlich überzeugen.


Derzeit begräbt die Mine mit ihrem Abraum die eigentliche Stadt Chuquicamata. Dort leben seit einigen Jahren keine Arbeiter mehr. Die wurden auch aus gesundheitlichen Gründen ins nahegelegene Calama umgesiedelt. Calama ist, so kann ich aus eigener Erfahrung berichten, ein ziemlich langweiliges Nest in der Wüste. Doch sollte es einen mal da hin verschlagen, kann man vor Ort Touristentouren nach Chuqui buchen. Ein staubiges, aber einmaliges Vergnügen!

Sonntag, 5. Juli 2009

4...

... Dinge, die ich heute gemacht habe:
  • Spinnweben entfernt
  • Kirschen gegessen
  • Katzen gefüttert
  • "Lautlos" gelesen
... Punkte auf meiner To-do-Liste:
  • staubsaugen
  • zum Friseur gehen
  • Jacke kaufen für eine Hochzeit Ende Juli
  • Auswanderungsvorbereitungen
... "guilty pleasures" (Dinge, auf die ich nicht unbedingt stolz bin, die ich aber trotzdem nicht lassen kann, weil sie Spaß machen):
  • Geld ausgeben beim Internetshopping
  • Gummibärchen
  • sammeln, horten und nichts wegwerfen
  • für alles Listen machen
... zufällige und seltsame Fakten über mich:
  • ich bin furchtbar langweilig und liebe mein Alltagsleben
  • es ist das Größte für mich, an einem Ort zu sein, wo noch nie jemand vorher war
  • ich habe einen grünen Daumen
  • ich singe laut Lieder mit,... aber nur, wenn mich keiner hört
Die Vorlage für diese Liste habe ich aus dem Blog My so called life von Catrine.

Freitag, 3. Juli 2009

Noch 1 Monat

Heute in einem Monat werde ich um diese Zeit gerade in Stockholm-Arlanda angekommen sein. Das gibt mir noch 4,5 Wochen, um mich vorzubereiten und mich von meinem Leben hier zu verabschieden. Einerseits kann ich es kaum erwarten, andererseits fällt mir jeden Tag auf, wieviele Dinge ich vermissen werde. *seufz*

Donnerstag, 2. Juli 2009

Sommer

Mittlerweile sollte diese Blaubeere in Schweden schon etwas blauer geworden sein. Und wenn sie reif ist, bin ich da, um sie zu pflücken. Nur der Schmetterling wird bis dahin wohl davongeflogen sein.


Montag, 29. Juni 2009

Nu mal Butter bei die Fische

Dieses Wochenende war wieder einmal alles andere als langweilig. Nach ein paar Stunden Gartenarbeit bei meiner Oma ging es am Samstag Abend zur Diplom- und Willkommensparty von ein paar sehr guten Freunden nach Clausthal. Es war ein toller Abend, was bestimmt alle bestätigen können, die dabei waren!

Gestern hat uns dann nach einer für mich etwas zu kurzen Nacht ein befreundetes Pärchen mit in den Forellenpuff zum Angeln genommen. Besagter Puff ist eigentlich ein Teich, in dem Zuchtforellen ausgesetzt werden, auf daß sie der erfahrene oder unerfahrene Angler wieder herausfische. Wir haben nach etwa 2 Stunden auch das Soll von 4 Forellen erfüllt, sodaß wir dann anschließend die glibberigen, schillernden Wesen dank reichlich Butter, Pfeffer und Salz in schmackhafte Köstlichkeiten verwandeln konnten. Ja, das war ein tolles Erlebnis und schonmal eine gute Übung für Schweden, wo wir hoffentlich auch mal angeln werden. Dann aber im etwas größeren Teich, der Ostsee.

Freitag, 26. Juni 2009

Es gibt keine Entschuldigung...

... dafür, mich in Zukunft nicht in Schweden zu besuchen!

Aus Langeweile habe ich gerade etwas im Internet nach Billigflügen gesucht. Nicht nur ist die Verbindung nach Stockholm-Arlanda mit mehreren Flügen täglich exzellent, nein! Germanwings fliegt zum Beispiel ab Hannover, Berlin-Schönefeld oder Köln-Bonn hin und zurück für 39,- €. Das ist ja mal billiger als mit dem ICE von Göttingen nach Hannover und zurück.

Und ich habe gleichzeitig auch für jetzt und alle Zeiten ein perfektes Geschenk für Geburtstage und Feiertage: Flugtickets!

Also, auf nach Schweden! Das Geoversum ist klein!

Donnerstag, 25. Juni 2009

Die Insel der Vergessenen

So, vorgestern habe ich nach etwa 6 Wochen endlich Øya von Victoria Hislop zuende gelesen. Auf deutsch heißt das Buch übrigens Insel der Vergessenen. Es geht um die Familiengeschichte der jungen Engländerin Alexis Fielding, deren Mutter von Kreta stammt, aber nie von ihrer Vergangenheit gesprochen hat. Nun ist Alexis auf Kreta und erfährt von einer alten Familienfreundin die Geschichte ihrer Familie beginnend mit ihrer Urgroßmutter Eleni und deren Töchtern Anna und Maria und den EInfluß, den Lepra auf das Schicksal der Menschen hatte, als es noch kein Heilmittel gab.

Wahrscheinlich hätte ich das Buch allein von seiner Beschreibung (Familienhistorie, Lepra, Schicksal) nie gelesen, wenn ich nicht aus Übungsgründen wieder mal etwas auf norwegisch lesen wollte. Beim Lesen fand ich das Buch allerdings ganz fesselnd, gerade wegen der Endgültigkeit, die die Diagnose Lepra für einzelne Personen und deren Familien damals innehatte.